Kanada oh Kanada

Ok vielleicht ist der Seitentitel ein wenig irreführend, aber ich wollte nach knapp drei Monaten Aufenthalt in Kanada mal ein kleines Fazit ziehen, was mir hier positiv oder auch negativ aufgefallen ist. Die Liste wird dann nach und nach ein wenig ausgebaut und ergänzt 😉

Innenhof - Zugang zu meinem Homestay

Innenhof - Zugang zu meinem "Homestay"

Homestay bzw. Gastfamilie: Tja wenn ich so auf Erfahrungsberichte in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zurückdenke, dann kann man mit seiner Gastfamilie sowohl großes Glück als auch großes Pech haben. So sind mir u.a. Geschichten von lebendigen Kühlschränken (bezogen auf den Inhalt) oder überängstlichen Gasteltern, die einen noch nicht einmal die Straße überqueren lassen wollten, zu Ohren gekommen.

Auch ich hatte mir vor meiner Abreise nach Südamerika überlegt, ob ich lieber in einem Studentenwohnheim oder einer Gastfamilie unter kommen möchte. Am Ende habe ich mich für eine Gastfamilie entschieden, denn ich sah den Wechsel von einer Gastfamilie in ein Studentenwohnheim einfacher an, als es umgekehrt der Fall gewesen wäre.

Luna
Luna

Die ersten Informationen zu meiner Gastfamilie bekam ich im Laufe meiner Reise durch Peru zugeschickt und schon die ersten Informationen wie bspw. Bilder von meinen Gasteltern waren recht positiv. Es handelte sich dabei um ein kanadische Ehepaar namens Andrea und Elijah, welches zusammen mit ihren drei Katzen (Diego, Luna und Siette) in einem „Vorort“ von Vancouver namens Burnaby lebt. Ich werde es zwar nicht mehr „live“ erleben, aber in naher Zukunft gesellt sich dann noch eine dritte Person hinzu 😉

mein Bett
Zimmer – mein Bett

Aber auch das Zimmer, in dem ich untergebracht werden sollte, machte auf den Bildern einen sehr guten Eindruck und so hatte ich keinerlei Bedenken, dass ich in der Hinsicht einen schlechten Eindruck von Kanada bekommen werde.

Diesbezüglich wurde ich nach meiner Ankunft in Kanada nicht enttäuscht, denn neben meinem eigenen Zimmer steht mir auch ein eigenes Badezimmer zur Verfügung – einzig die Dusche (die ich leider nicht am Morgen benutzen kann) muss ich mir mit meinen Gasteltern teilen. Nebenbei lernt man auch noch sein lọtteriges Studentenleben abzulegen, denn es gibt jeden Tag – außer am Wochenende – pünktlich um 19:30 Uhr Abendessen, zu dem ich nicht zu spät kommen darf. Adieu oh du geliebtes akademisches Viertel :-p

Schreibtisch und Fernseher
Zimmer – Schreibtisch und Fernseher

Die Gegend in dem mein neues Zuhause liegt, ist auch sehr ruhig und dank dem SkyTrain bin ich in etwa 30-45min in der Innenstadt von Vancouver. Ansonsten liegt u.a. ein Fitnessstudio etwa 5min von meinem Wohnhaus entfernt, so dass ich mich wieder regelmäßig sportlich betätigen kann.

Schule und Arbeit: Die ersten drei Wochen nach meiner Ankunft in Kanada habe ich mich selbst ein wenig „herabgestuft“ und bin mal wieder als Schüler zur Schule gegangen. Zum einen wollte ich mein Sprachverständnis ein wenig aufbessern und des Weiteren – und das war der eigentliche Grund – war ich der Ansicht, dass man über die Schule am besten neue Bekanntschaften schließen kann.

mein Klassenraum
mein alter Klassenraum

Diesbezüglich entpuppte sich meine Annahme als richtig, aber auch durch die verschiedenen Aktivitäten der Austauschorganisation vor Ort (wie bspw. eine regelmäßige Pubnight) habe ich einige neue Kontakte und Freundschaften schließen können. Somit sind die Wochenenden und manche Tage in der Woche immer recht gut gefüllt.

 

 

Schreibtisch auf Arbeit

Schreibtisch auf Arbeit

Nachdem die Schulzeit auch wieder vorbei war, konnte ich zum Glück reibungslos mein Praktikum in einer Firma beginnen. Denn nachdem mir die erste Firma nach langer Wartezeit überraschend eine Absage erteilt hatte, hatte ich bei meinem zweiten Jobinterview mehr Glück und arbeite seit Ende Mai bei SSU, einer kleinen Firma, welche Dienstleistungen wie Grafikdesign oder Eventplanung für andere Firmen erbringt.

Meine derzeitige Hauptaufgabe ist die Erstellung eines Backup-Konzeptes, allerdings bleibt mir nebenbei noch genug Zeit, um ein paar eigene Projekte (u.a. Verbesserung der Prozesse durch ITIL) zu verfolgen, die einerseits der Firma etwas mehr Sicherheit bieten und andererseits mir neue bzw. erweiterte Erfahrungen im Bereich der IT-Sicherheit einbringen.

SkyTrain

SkyTrain

Verkehrssystem bzw. Öffentliche: Nachdem ich zwei Monate durch Südamerika gereist bin, war ich froh in eine Stadt zu kommen, die ein vernünftiges öffentliches Verkehrsnetz besitzt. In Chile und Peru fuhren zwar auch recht viele Busse herum, aber ich hatte nicht unbedingt das Gefühl, dass es dort einen geregelte Fahrplan gab. Hier in Kanada bzw. Vancouver kann man sich wenigstens auf die Busse und auch Bahnen (SkyTrain) verlassen, wenn man denn weiß, wann sie kommen …

Denn die Tatsache, dass es am Großteil der Busstationen und auch auf den Bahnsteigen keine Fahrpläne existieren, empfinde ich doch als ein wenig rückständig für eine so große Stadt wie Vancouver. Des Weiteren ist die Seite des öffentlichen Nahverkehrs nicht besonders benutzerfreundlich gestaltet, was bspw. die Suche nach Verbindungen angeht, so dass man in den meisten Fällen lieber auf Google-Maps zurückgreift.

Bus mit Transportmöglichkeit für Fahrräder

Bus mit Transportmöglichkeit für Fahrräder

Auch muss man dem System negativ ankreiden, dass am WE der letzte SkyTrain gegen 1:30 Uhr und der letzte Nachtbus (jedenfalls in Richtung meines Wohnortes) gegen 2 Uhr nachts herum abfährt. Dies ist unter der Woche ja noch zu verstehen, aber am WE kann ich darüber nur den Kopf schütteln.

Immerhin kann man sich beim SkyTrain sicher sein, dass der nächste Zug ein paar Minuten später abfahren wird, denn bei insgesamt nur drei Hauptlinien, kann man halt ein paar mehr Züge einsetzen als die liebe S-Bahn in Berlin ;-p

Seil für den "Haltewunsch"

Seil für den "Haltewunsch"

Des Weiteren ist es als positiv anzusehen, dass ich auch bei Benutzung der Busse mein Fahrrad transportieren darf, allerdings muss dieses vorne am Bus „montiert“ werden. Auch ist die Funktion des „Haltewunsches“ bei den Bussen recht interessant gelöst, denn es gibt zwar ein paar der bekannten Knöpfe wie bspw. in Berlin, aber i.d.R. benutzt man dazu ein Seil, welches an den Fenster entlang gespannt ist. Somit muss man nicht extra von seinem Platz aufstehen, wenn bspw. der Knopf nicht ohne Weiteres zu erreichen ist.

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